Anthurium luxurians – Pflege
Standort & Licht
Anders als viele andere Anthurien kommt die luxurians in ihrem natürlichen Lebensraum mit vergleichsweise wenig Licht zurecht – ihre stark genarbte Blattoberfläche vergrößert die lichtaufnehmende Fläche und ist eine Anpassung an schattige Standorte im Regenwald. Als grobe Orientierung reicht ihr dafür bereits ein Bereich von etwa 15 bis 60 µmol/m²/s PAR (PPFD), was bei rund 12 Stunden Beleuchtungsdauer einem DLI von ungefähr 0,6 bis 2,6 mol/m²/Tag entspricht – spürbar weniger als bei den meisten anderen Anthurien. Ein Platz nah an einem Fenster mit gefiltertem Licht, etwa hinter einem Vorhang, passt gut; direkte Sonne solltest du trotzdem meiden, da auch die dicken, ledrigen Blätter darauf verbrennen können.
Gießen
Die luxurians hat dicke, fleischige Wurzeln, die empfindlich auf Staunässe reagieren – gieße deshalb erst, wenn die oberen 3 bis 5 cm des Substrats deutlich angetrocknet sind, und lass überschüssiges Wasser immer zügig abziehen. Komplettes Austrocknen des Ballens über längere Zeit verträgt sie allerdings auch nicht gut. Zimmerwarmes, kalkarmes Wasser wird am besten vertragen. Im Herbst und Winter, wenn das Wachstum nachlässt, wird zusätzlich seltener gegossen.
Düngen
Die luxurians ist kein Starkzehrer und wächst insgesamt eher gemächlich, weshalb eine Gabe alle 4 bis 6 Wochen mit einem stark verdünnten Flüssigdünger (ein Viertel bis maximal die Hälfte der empfohlenen Menge) in der Wachstumsphase völlig ausreicht. Zu viel Stickstoff führt bei dieser Art schnell zu unschönen Blattverbrennungen statt zu mehr Wachstum. Als grobe Näherung gelten für Anthurien allgemein ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eher niedrige 1,0 bis 1,5 mS/cm. Halte dich bei der genauen Dosierung an die Herstellerangabe auf der jeweiligen Verpackung. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird das Licht schwächer und die Düngung entsprechend reduziert bzw. pausiert; wächst sie dagegen ganzjährig unter ausreichend hellem Pflanzenlicht, kann der ohnehin schon zurückhaltende Rhythmus beibehalten werden, ohne zusätzlich zu kürzen.
Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.
Substrat
Ein lockeres, organisch reiches und trotzdem gut durchlässiges Substrat kommt der luxurians am meisten entgegen – eine Aroid-Mischung aus Orchideenrinde, Perlit und etwas Blumenerde funktioniert gut. Die dicken Wurzeln brauchen ausreichend Platz zum Atmen, ein zu dicht gepacktes oder zu feines Substrat sollte vermieden werden. Umgetopft wird, sobald der Topf sichtbar zu klein wird oder die Pflanze sich deutlich vergrößert hat, meist alle 1 bis 2 Jahre.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Mit normaler Wohnraumluft im Bereich von 40 bis 50 % kommt die luxurians grundsätzlich zurecht, spürbar kräftiger und praller zeigt sich das Laub aber bei erhöhten Werten zwischen 60 und 70 %. Ein Luftbefeuchter oder eine Kiesschale helfen dabei, die Werte bei Bedarf anzuheben. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 16 und 27 °C, kalte Zugluft und plötzliche Temperaturschwankungen sollten vermieden werden.
Wachstum & Form
Die luxurians wächst insgesamt eher langsam und bildet herzförmige, dickfleischige Blätter mit einer stark gewölbten, blasig genarbten Oberfläche. Neue Blätter erscheinen zunächst in einem zarten Rosa- bis Goldton und härten erst nach und nach zum charakteristischen tiefen Dunkelgrün aus – dieser Farbwechsel ist völlig normal. Bei Aussaat aus Samen kann es bis zu vier Jahre dauern, bis eine Pflanze ausgewachsen ist und selbst blüht. Eine ausgeprägte Ruhephase ist nicht einheitlich dokumentiert, im Winter wächst sie aber spürbar langsamer.
Gut zu wissen
Wie alle Anthurien enthält auch die luxurians Calciumoxalat-Kristalle und ist für Haustiere und Kinder bei Verzehr reizend – am besten außer Reichweite platzieren.
Die Anthurium luxurians stammt aus den Regenwäldern Kolumbiens und Ecuadors, wo sie entlang von Flussläufen wächst. Wegen ihrer großen Ähnlichkeit zur separaten Art Anthurium splendidum wurde sie lange Zeit mit dieser verwechselt, bis sie 2005 von Richard N. Cirino und Thomas B. Croat offiziell als eigenständige Art beschrieben wurde. Nach der Bestäubung bildet sie auffällige, rubinrote Beeren am Blütenstand.
Regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten lohnt sich, da Schild- und Wollläuse sich dort gerne verstecken.