Alocasia zebrina ‘Reticulata’ – Pflege
Standort & Licht
Dank ihrer vergleichsweise dünnen Blattstruktur verträgt diese Alocasia mehr Licht als so manche dickblättrige Verwandte – ein heller Platz mit reichlich indirektem Licht lässt die netzartige Blattzeichnung und die auffälligen Streifen am Blattstiel besonders klar hervortreten. Pralle Mittagssonne führt trotzdem schnell zu Verbrennungen und sollte gemieden werden. Als grobe Orientierung liegt der geeignete Bereich bei etwa 150 bis 350 µmol/m²/s PAR (PPFD), was bei 10 bis 12 Stunden Beleuchtung einem DLI von ungefähr 6,5 bis 15 mol/m²/Tag entspricht.
Gießen
Die oberen 2 bis 3 cm des Substrats dürfen zwischen den Wassergaben antrocknen, danach wird durchdringend gegossen, bis Wasser unten aus dem Topf läuft – stehendes Wasser im Untersetzer sollte man aber immer entfernen. Komplettes Austrocknen quittiert diese Alocasia mit schlaffen, hängenden Blättern, dauerhafte Nässe dagegen mit Wurzel- und Knollenfäule. Zimmerwarmes, kalkarmes Wasser wird deutlich besser vertragen als hartes Leitungswasser.
Düngen
Wie die meisten Alocasien ist auch diese Sorte ein regelrechter Starkzehrer – in der Wachstumsphase darf etwa alle 1 bis 2 Wochen mit einem stark verdünnten Flüssigdünger gedüngt werden, gerne bei jedem oder jedem zweiten Gießen. Als Richtwerte gelten für Alocasien allgemein ein pH-Bereich von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eine eher niedrig anzusetzende Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 1,3 mS/cm, da die Gattung empfindlich auf Salzanreicherung reagiert; halte dich bei der genauen Dosierung an die Herstellerangabe. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht seltener bzw. gar nicht gedüngt; unter ganzjährig ausreichend hellem Pflanzenlicht kann dagegen im gewohnten, häufigen Rhythmus weitergedüngt werden.
Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.
Substrat
Eine lockere, wasserspeichernde und gleichzeitig gut durchlässige Mischung aus Blumenerde, Kokosfaser oder Torfmoos sowie einem großzügigen Anteil Perlit kommt dieser Alocasia entgegen. Wichtig ist ein Topf mit ausreichend Abzugslöchern, damit überschüssiges Wasser zügig ablaufen kann und die empfindliche Knolle nicht dauerhaft in Nässe steht.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Normale Wohnraumluft von 40 bis 50 % wird von dieser Alocasia toleriert, bei Werten ab etwa 60 % zeigt sie sich aber deutlich vitaler und weniger anfällig für braune Blattränder. Ein Luftbefeuchter oder eine Kiesschale können hier nachhelfen. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 18 und 25 °C, größere Temperaturschwankungen und Zugluft verträgt sie schlecht und reagiert darauf mitunter mit Blattverlust.
Wachstum & Ruhephase
Namensgebend sind die schmalen, pfeilförmigen Blätter mit ihrer feinen, netzartigen Musterung sowie die auffälligen, zebrastreifigen Blattstiele, an deren Spitze die Blätter sitzen. Wächst die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, verlangsamt sich das Wachstum durch das schwächere Licht spürbar, und es ist normal, wenn dabei einzelne ältere Blätter abgeworfen werden; unter ganzjährig ausreichend hellem Pflanzenlicht bleibt der Wuchs dagegen meist stabil, ohne nennenswerten Blattverlust. Bereits abgestorbene, braune Blätter sollten erst entfernt werden, wenn sie vollständig eingetrocknet sind, da die Pflanze ihnen zuvor noch Nährstoffe entzieht.
Gut zu wissen
Im Handel wird diese Pflanze häufig einfach als “Alocasia reticulata” angeboten, so als handle es sich um eine eigenständige Art. Tatsächlich ist sie botanisch eine Sorte der Alocasia zebrina, die sich von der unpanaschierten Ausgangsform durch die zusätzliche netzartige Zeichnung auf den Blättern unterscheidet – die zebrastreifigen Blattstiele haben beide gemeinsam.
Wie alle Aroideen enthält auch diese Alocasia Calciumoxalat-Kristalle und ist für Haustiere und Kinder bei Verzehr reizend – am besten außer Reichweite platzieren. Regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten lohnt sich zudem, da Spinnmilben zu den häufigeren Problemen bei dieser Gattung zählen.