Begonia filiformis Irmsch. – Pflege

Begonia filiformis mit feinen, fadenförmig geteilten, farnähnlichen Blättern und rötlichen Stielen
Die folgenden Hinweise beruhen auf eigener Erfahrung und dem Abgleich mehrerer unabhängiger deutscher und englischer Quellen. Da Standort, Licht und Raumklima bei jedem zuhause etwas anders ausfallen, sind sie als Orientierung gedacht und nicht als starre Vorgabe.
Standort & Licht

In ihrer Heimat wächst diese ungewöhnliche Begonie auf schattigen Kalksteinfelsen Südchinas und Nordvietnams, wo nur gedämpftes Licht den Boden erreicht. Ein heller Platz mit reichlich indirektem Licht bekommt ihr entsprechend gut, direkte Sonne verträgt das feine, fadenförmig geteilte Laub dagegen kaum und verbrennt schnell. Bei etwas kräftigerem Licht zeigen sich zusätzlich schöne bronzefarbene Töne im ansonsten frischgrünen Laub. Als Richtwerte für die Gattung liegen tropische Schattenbegonien wie diese bei etwa 40 bis 80 µmol/m²/s PAR (PPFD), was bei 10 bis 12 Stunden Beleuchtung einem DLI von ungefähr 1,5 bis 3,5 mol/m²/Tag entspricht.

Gießen

Das feine, fast gefiedert wirkende Laub verzeiht Trockenheit kaum, weshalb das Substrat durchgehend leicht feucht gehalten werden sollte, ohne dabei nass zu stehen. Am besten wird direkt auf die Erde gegossen statt über die Blätter, da stehende Feuchtigkeit auf den dünnen Blattsegmenten schnell zu Fäulnisstellen führt. Kalkarmes, zimmerwarmes Wasser wird deutlich besser vertragen als hartes Leitungswasser.

Düngen

Ein stark verdünnter Flüssigdünger alle 4 bis 6 Wochen während der Wachstumsphase reicht dieser zart wachsenden Begonie völlig aus, ein Starkzehrer ist sie nicht. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Bereich von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 0,5 bis 1,3 mS/cm; halte dich bei der genauen Dosierung an die Herstellerangabe. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das nachlassende Licht seltener bzw. gar nicht gedüngt; wächst sie dagegen ganzjährig unter ausreichend hellem Pflanzenlicht weiter, kann im gewohnten Rhythmus weitergedüngt werden.

Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.

Substrat

In ihrem natürlichen Lebensraum wächst diese Begonie direkt auf Kalksteinfelsen aus verrottendem Laub und Moos – eine lockere, humusreiche Mischung mit einem gewissen mineralischen Kalksteinanteil kommt ihr entsprechend näher als eine rein saure Standardmischung. Perlit oder Bims sorgen zusätzlich für die nötige Durchlässigkeit, damit die feinen Wurzeln nicht in Staunässe stehen.

Luftfeuchtigkeit & Temperatur

Diese feingliedrige Begonie zählt zu den Arten, die tatsächlich auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen sind – normale Wohnraumluft lässt die zarten Blattsegmente schnell an den Spitzen eintrocknen, erst ab etwa 65 bis 70 % zeigt sie sich dauerhaft vital. Ein Terrarium oder Gewächshausschrank ist für sie deshalb der eigentlich passende Rahmen. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 18 und 26 °C, kalte Zugluft sollte vermieden werden.

Wachstum & Form

Namensgebend ist das ungewöhnlich feine, fadenförmig in schmale Segmente geteilte Laub, das dieser Begonie eine fast farnähnliche, luftige Erscheinung verleiht – ein deutlicher Kontrast zu den breitblättrigen Sorten, für die die Gattung sonst bekannt ist. Aus dem kriechenden Rhizom wächst sie mit der Zeit zu einem leicht überhängenden, buschigen Polster heran, getragen von rötlichen Stielen. Bei guter Pflege erscheinen kleine, zart rosa bis weiße Blüten, die zart über dem Laub schweben.

Gut zu wissen

Begonia filiformis wurde 1939 vom deutschen Botaniker Edgar Irmscher beschrieben und wächst in freier Natur ausschließlich auf Kalksteinfelsen in der Provinz Guangxi in Südchina sowie im nördlichen Vietnam.

Begonien enthalten Oxalate und gelten für Haustiere und Kinder bei Verzehr als reizend – am besten außer Reichweite platzieren. Regelmäßige Kontrolle des feinen Laubs lohnt sich zudem, da Trauermücken bei dauerhaft zu feuchtem Substrat zu den häufigeren Problemen zählen.