Begonia ‘Midnight Sun’ Variegata – Pflege
Standort & Licht
Diese Hybride zeigt sich beim Licht angenehm anpassungsfähig: Halbschatten bis heller Standort ohne pralle Mittagssonne funktioniert gut, im Winter verträgt sie sogar etwas direkte Sonne. Zu dunkel gestellt wachsen die Triebe zwar zögerlicher, ernsthafte Probleme bereitet das aber nicht – ein Grund, warum diese Sorte als vergleichsweise unkompliziert gilt. Als Richtwerte für die Gattung gelten bei Zimmerbegonien dieser Art etwa 40 bis 80 µmol/m²/s PAR (PPFD), was einem DLI von ungefähr 1,5 bis 3,5 mol/m²/Tag entspricht.
Gießen
Gegossen wird, sobald die oberste, etwa 2 bis 3 cm dicke Substratschicht trocken ist – gleichmäßig feucht statt nass ist hier das Ziel. Kurze Trockenphasen verzeiht diese Sorte erfahrungsgemäß recht gelassen, empfindlicher reagiert sie dagegen auf dauerhaft nasses Substrat. Im Winter, wenn das Wachstum ruht, darf die Erde zwischen den Wassergaben ruhig etwas länger antrocknen.
Düngen
In der Wachstumsphase von Frühjahr bis Sommer freut sich diese Begonie etwa einmal im Monat über einen gut verdünnten Flüssigdünger, im Herbst und Winter wird die Düngung ganz eingestellt. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Wert von etwa 6,0 bis 7,0 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 1,5 mS/cm. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht ohnehin nicht mehr gedüngt; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung kann dagegen etwas länger im normalen Rhythmus weitergedüngt werden, bevor auch hier reduziert wird.
Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.
Substrat
Die flachen, feinen Wurzeln dieser Begonie brauchen ein besonders leichtes, luftiges Substrat – eine Mischung aus Blumenerde, Perlit und etwas feiner Orchideenrinde funktioniert gut und trocknet zwischen den Wassergaben zuverlässig ab. Schweres, kompaktes Substrat wird hier schnell zum Problem, da es Feuchtigkeit zu lange hält und die empfindlichen Wurzeln faulen lässt.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Diese Hybride gilt als vergleichsweise tolerant gegenüber niedriger Luftfeuchtigkeit und übersteht auch trockenere Phasen in der Wohnung ohne große Probleme – ein Luftbefeuchter ist hier also kein Muss, hilft aber, wenn er ohnehin vorhanden ist. Bei der Temperatur fühlt sie sich zwischen etwa 10 und 27 °C wohl, dauerhafte Hitze über diesen Bereich hinaus verträgt sie schlechter als viele andere Zimmerbegonien.
Wachstum & Form
Als rhizomatöse Begonie bleibt ‘Midnight Sun’ Variegata angenehm kompakt und erreicht meist nur 25 bis 30 cm Höhe, eine Rankhilfe braucht sie nicht. Die Blattfärbung verändert sich sichtbar mit dem Alter: Junge Blätter zeigen sich oft zartrosa mit roten Adern, während ältere Blätter mehr ins Moosgrün wechseln – ein normaler Vorgang, kein Zeichen für einen Pflegefehler. Im Herbst und Winter blüht die Pflanze meist zusätzlich mit kleinen rosa Blüten. Bei reiner Fensterhaltung verlangsamt sich das Wachstum in der dunkleren Jahreszeit spürbar; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung wächst sie dagegen gleichmäßiger weiter.
Gut zu wissen
Diese Begonie wurde bereits 1980 von Byron Martin, dem Inhaber der amerikanischen Gärtnerei Logee’s, gezüchtet und gewann im selben Jahr die Auszeichnung “Best New Hybrid Introduction” – seitdem wird sie durchgehend weiterkultiviert. Unter dem Namen “Midnight Sun” kursiert im Handel auch eine deutlich dunklere, dramatischere Rex-Begonien-Form mit fast schwarzem Blattgrund und leuchtend rot-kupferfarbener Zeichnung; diese ist NICHT identisch mit der hier beschriebenen, moosgrün-rosa-cremefarbenen Sorte.
Wie die meisten Begonien enthält auch diese Art Oxalate und sollte bei Haustieren, die gerne an Pflanzen knabbern, außer Reichweite stehen.