Begonia curtisii ‘Galaxy’ – Pflege

Begonia curtisii 'Galaxy' mit dunklen, samtigen Blättern und feiner, sternenartig verteilter Sprenkelung
Die folgenden Angaben stammen aus eigener Erfahrung und dem Abgleich mehrerer unabhängiger deutscher und englischer Quellen. Da Standort, Licht und Raumklima bei jedem zuhause etwas anders ausfallen, dienen sie als Orientierung und nicht als starre Vorgabe.
Standort & Licht

Am Fuß von Kalksteinfelsen im schattigen Wald gewöhnt, bevorzugt diese Begonie ein helles, aber gefiltertes Licht ohne direkte Sonne. Pralle Sonneneinstrahlung verbrennt die empfindlichen, samtigen Blätter schnell, zu dunkel gestellt wird der Wuchs dagegen zäher und die sternenartige Sprenkelung tritt weniger deutlich hervor. Als Richtwerte für Zimmerbegonien dieser Art gelten grob 40 bis 80 µmol/m²/s PAR (PPFD), was einem DLI von ungefähr 1,5 bis 3,5 mol/m²/Tag entspricht.

Gießen

Diese Begonie mag es zwar feucht in der Luft, an den Wurzeln aber keinesfalls dauerhaft nass – gegossen wird daher erst wieder, wenn die oberste Substratschicht angetrocknet ist. Zu nasse Wurzeln verzeiht sie deutlich schlechter als eine kurze Trockenphase. Nach einem Umzug in ein neues Zuhause kann es außerdem eine Weile dauern, bis sich die Pflanze eingewöhnt hat; gelegentliches Einrollen der Blätter in dieser Phase ist keine Seltenheit und meist kein Grund zur Sorge.

Düngen

In der Wachstums- und Blütephase verträgt diese Begonie eine sehr stark verdünnte Nährstoffgabe bei jedem Gießen, ergänzt durch einmal im Monat einen vollwertigeren, gut verdünnten Flüssigdünger. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 1,5 mS/cm; Begonien reagieren generell empfindlich auf zu hohe Salzkonzentrationen, daher lieber etwas sparsamer dosieren. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht ohnehin nicht mehr gedüngt; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung kann dagegen etwas länger im normalen Rhythmus weitergedüngt werden.

Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.

Substrat

Ein extrem durchlässiges Substrat ist bei dieser Begonie wichtiger als bei den meisten anderen – eine feine, kalksteinangepasste Mischung mit einem hohen Perlit-Anteil kommt ihren natürlichen Standortbedingungen am nächsten. Ein Topf mit gutem Wasserabzug ist Pflicht, da die feinen Wurzeln keinesfalls dauerhaft nass stehen sollten.

Luftfeuchtigkeit & Temperatur

Bei der Luftfeuchtigkeit gehört diese Begonie zu den anspruchsvolleren Arten: Werte um 90 % werden von erfahrenen Kultivierenden als ideal beschrieben, ein geschlossenes Terrarium ohne aktive Belüftung eignet sich deutlich besser als die offene Fensterbank. Bei dauerhaft niedrigerer Luftfeuchtigkeit wird es für die Pflanze spürbar schwieriger, sich einzugewöhnen und gesund weiterzuwachsen. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 20 und 26 °C.

Wachstum & Ruhephase

Diese Begonie wächst aus einer kleinen Knolle und neigt mit der Zeit zu einem eher legeren, etwas sparrigen Wuchs; unter sehr feuchten Bedingungen können sich zusätzlich kleine Knöllchen entlang der Triebe bilden. Werden Licht, Wassergaben und Temperatur über Herbst und Winter konstant gehalten, etwa unter einer Pflanzenlampe, kann die Ruhephase ganz ausbleiben; bei reiner Fensterhaltung mit natürlich schwächerem Winterlicht zieht sich die Pflanze dagegen häufiger zurück und die Knolle kann bis zum Frühjahr trocken gelagert werden. Nach der Blüte eine Ruhephase zuzulassen, gilt als förderlich für die langfristige Vitalität, ist aber nicht zwingend jedes Jahr nötig.

Gut zu wissen

Begonia curtisii stammt von den Kalksteinhügeln der Region Phang Nga im Süden Thailands und ist im Handel in mindestens zwei Formen bekannt: ‘Milky Way’ und die hier beschriebene ‘Galaxy’, die sich beide durch ihre sternenartig gesprenkelten Blätter auszeichnen. Die Blätter zeigen sich jung grün und wechseln mit zunehmendem Alter zu dunkleren Purpur- und Rottönen, die Blattränder sind von feinen, weichen Härchen gesäumt.

Wie alle Begonien enthält auch diese Art Oxalate und sollte bei Haustieren, die gerne an Pflanzen knabbern, außer Reichweite stehen.