Alocasia micholitziana ‘Frydek’ Variegata – Pflege
Standort & Licht
Ein heller Platz mit viel indirektem Licht bringt die kontrastreiche weiß-grüne Zeichnung dieser Alocasia am besten zur Geltung – ein Nord- oder Ostfenster passt gut, an einem sonnigeren Südfenster reicht meist schon ein Meter Abstand. Da die panaschierten, chlorophyllärmeren Blattbereiche empfindlicher auf direkte Sonne reagieren als rein grüne Blätter, verbrennen sie in praller Sonne besonders schnell. Steht die Pflanze zu dunkel, schrumpft die Panaschierung merklich und das Wachstum wird deutlich zäher.
Gießen
Die obersten 2 bis 3 cm des Substrats dürfen antrocknen, komplett austrocknen sollte es aber nicht – gleichmäßig feucht statt nass ist hier das Ziel. Meist reicht dafür etwa einmal pro Woche gießen, im Winter entsprechend seltener. Kalkarmes, zimmerwarmes Wasser wird besser vertragen als kaltes, hartes Leitungswasser, Staunässe im Topf sollte konsequent vermieden werden.
Düngen
Anders als die meisten voll grünen Alocasien ist diese panaschierte Form kein ausgesprochener Starkzehrer – durch die chlorophyllärmeren, weißen Blattbereiche betreibt sie insgesamt weniger Photosynthese und braucht dementsprechend weniger Nährstoffe. Ein gut verdünnter Flüssigdünger etwa alle 2 bis 3 Wochen in Viertel- bis Halbdosierung reicht in der Wachstumsphase aus. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 1,5 mS/cm. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht seltener bzw. gar nicht gedüngt; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung kann dagegen im gewohnten Rhythmus weitergedüngt werden.
Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.
Substrat
Ein grobstückiges, luftdurchlässiges, aber gleichzeitig gleichmäßig feuchtes Substrat aus Orchideenrinde, Perlit und etwas Kokosfaser oder Torfmoos kommt dieser Alocasia am meisten entgegen. Ein Topf mit gutem Wasserabzug ist Pflicht, damit die Wurzeln nicht dauerhaft in Feuchtigkeit stehen.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Normale Wohnraumluft reicht dieser Alocasia grundsätzlich aus, ab etwa 55 bis 70 % Luftfeuchtigkeit wird sie aber merklich vitaler und die samtige Blattstruktur kommt schöner zur Geltung. Ein Luftbefeuchter oder ein Platz in der Pflanzenvitrine kann hier zusätzlich helfen, ist aber kein Muss. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 18 und 29 °C, dauerhaft unter 15 °C wird ungern vertragen.
Wachstum & Ruhephase
Wie die meisten Alocasien trägt auch diese Sorte nur wenige Blätter gleichzeitig, meist 4 bis 7 Stück, und wächst dabei kompakt und buschig aus der Mitte heraus. Da der Austrieb eines neuen Blattes viel Energie kostet, wird dafür regelmäßig das älteste Blatt geopfert – das ist ein völlig normaler, zyklischer Vorgang und kein Zeichen für einen Pflegefehler. Die Panaschierung ist genetisch instabil und kann sich mit der Zeit zurückbilden, sodass einzelne neue Blätter wieder grüner ausfallen. Bei reiner Fensterhaltung im Herbst und Winter verlangsamt sich das Wachstum durch das schwächere Licht spürbar; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung bleibt der Wuchs dagegen weitgehend gleichmäßig.
Gut zu wissen
Die Wildart Alocasia micholitziana stammt von den Philippinen, wo sie vor allem auf der Insel Luzon an Wegrändern und Waldlichtungen in etwa 1200 bis 1500 m Höhe wächst. Benannt ist sie nach dem Pflanzenjäger Wilhelm Micholitz, der Anfang des 20. Jahrhunderts im Auftrag der Gärtnerei Sander in den Tropen sammelte; ‘Frydek’ bezeichnet ursprünglich die rein grüne Klonform, während die hier beschriebene, hell panaschierte “Variegata”-Form gesondert dazu gezüchtet wurde.
Wie alle Aroideen enthält auch diese Alocasia Calciumoxalat-Kristalle und ist für Haustiere und Kinder bei Verzehr reizend – am besten außer Reichweite platzieren.