Philodendron patriciae – Pflege

Philodendron patriciae mit langen, herabhängenden, matten Blättern mit fein gewellter, strukturierter Oberfläche
Die folgenden Angaben stammen aus eigener Erfahrung und dem Abgleich mehrerer unabhängiger deutscher und englischer Quellen. Da Standort, Licht und Raumklima bei jedem zuhause etwas anders ausfallen, dienen sie als Orientierung und nicht als starre Vorgabe.
Standort & Licht

Helles, indirektes Licht ist bei dieser Art wichtig – anders als so mancher genügsamere Philodendron kommt sie mit dauerhaft schwachem Licht nicht gut zurecht und wächst dann spürbar zögerlicher. Direkte Sonne verbrennt die empfindlichen, matten Blätter dagegen schnell, ein Platz mit viel Streulicht am Ost- oder leicht abgeschirmten Südfenster passt gut.

Gießen

Die Erde sollte gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne dauerhaft nass zu sein – die obersten 2 bis 3 cm dürfen zwischen den Wassergaben antrocknen. Je nach Standort und Jahreszeit ist das etwa alle 7 bis 10 Tage der Fall. Staunässe verträgt diese Art nicht gut und reagiert darauf mit Wurzelfäule, überschüssiges Wasser sollte daher immer abgegossen werden.

Düngen

In der Wachstumsphase von Frühjahr bis Herbst reicht ein gut verdünnter, ausgewogener Flüssigdünger einmal im Monat aus. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Wert von etwa 5,0 bis 6,0 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 1,5 mS/cm. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht ohnehin nicht mehr gedüngt; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung kann dagegen im gewohnten Rhythmus weitergedüngt werden.

Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.

Substrat

Ein luftiges, gut durchlässiges Substrat aus Orchideenrinde, Perlit und etwas Kokosfaser oder Torfmoos kommt dieser epiphytisch wachsenden Art am nächsten. Ein Topf mit gutem Wasserabzug ist wichtig, umgetopft wird alle paar Jahre, sobald der Wurzelballen dicht wird.

Luftfeuchtigkeit & Temperatur

Bei der Luftfeuchtigkeit ist diese Art tatsächlich anspruchsvoll: Werte zwischen 60 und 80 % gelten übereinstimmend als notwendig, darunter zeigen sich schnell vergilbte Blätter oder trockene Spitzen. Zu hohe Werte über 80 % können dagegen Schimmel- oder Pilzprobleme begünstigen, ein Mittelweg mit Luftbefeuchter oder Pflanzenvitrine ist daher ideal. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 18 und 28 °C, sowohl Kälte unter 16 °C als auch dauerhafte Hitze über 30 °C sollten vermieden werden.

Wachstum & Rankhilfe

Als Halbepiphyt klettert diese Art mit kurzen Stängeln eng an Baumstämmen empor, während die langen, schmalen Blätter dabei elegant nach unten hängen – ein Wuchsbild, das sich auch an einer Moosstange gut nachbilden lässt. Mit zunehmendem Alter entwickelt die zunächst glatte Blattoberfläche eine fein gewellte, gesteppt wirkende Struktur, die der Pflanze ihren besonderen Charakter verleiht. Bei reiner Fensterhaltung im Herbst und Winter verlangsamt sich das Wachstum durch das schwächere Licht spürbar; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung bleibt der Wuchs dagegen weitgehend gleichmäßig.

Gut zu wissen

Philodendron patriciae wurde erst 2010 vom Botaniker Thomas Croat wissenschaftlich beschrieben und nach seiner Frau Patricia benannt; er bezeichnete sie als eine der spektakulärsten Philodendron-Arten, die er je gesehen hatte. Sie stammt aus der Chocó-Region im Nordwesten Kolumbiens, wo sie in eher niedrigen Lagen des tropischen Regenwaldes wächst.

Wie alle Aroideen enthält auch dieser Philodendron Calciumoxalat-Kristalle und ist für Haustiere und Kinder bei Verzehr reizend – am besten außer Reichweite platzieren.