Alocasia reversa – Pflege
Standort & Licht
Am wohlsten fühlt sich die Alocasia reversa an einem hellen Platz mit reichlich indirektem Licht, etwa nah an einem Ost- oder Westfenster. Mit etwas weniger Licht kommt sie zwar zurecht, wächst dann aber merklich langsamer und bildet eher lange, dünne Blattstiele statt kompakter Blätter. Direkte Sonne solltest du dagegen meiden, da die Blätter darauf schnell mit Verbrennungen reagieren. Steht ohnehin schon wenig natürliches Licht zur Verfügung, hilft eine Pflanzenlampe zuverlässig nach.
Gießen
Gieße, sobald die oberen 2 bis 5 cm des Substrats angetrocknet sind – der Ballen sollte danach gleichmäßig feucht, aber nie durchnässt sein. Sowohl zu trockenes als auch dauerhaft nasses Substrat quittiert die Alocasia reversa schnell mit schlaffen, hängenden Blättern, weshalb ein möglichst gleichmäßiger Gießrhythmus wichtig ist. Verwende zimmerwarmes, kalkarmes Wasser und schütte überschüssiges Wasser aus Untersetzer oder Übertopf immer ab, um Wurzelfäule vorzubeugen. Im Herbst und Winter wird spürbar seltener gegossen.
Düngen
Wie die meisten Alocasien zählt auch die Alocasia reversa zu den Starkzehrern und wird in der Wachstumsphase entsprechend regelmäßig versorgt – etwa alle 1 bis 2 Wochen mit einem stark verdünnten Flüssigdünger (ein Viertel bis maximal die Hälfte der empfohlenen Menge), da die Gattung als salzempfindlich gilt und Überdüngung schnell zu braunen Blatträndern führt. Als grobe Näherung gelten für Alocasien allgemein ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eher niedrige 1,0 bis 1,5 mS/cm. Halte dich bei der genauen Dosierung an die Herstellerangabe auf der jeweiligen Verpackung. Steht die Alocasia reversa im Herbst und Winter nur am Fenster, wird das Licht schwächer und die Düngung entsprechend reduziert bzw. pausiert; wächst sie dagegen ganzjährig unter einer sanft eingestellten Pflanzenlampe, kann der gewohnte Rhythmus beibehalten werden, ohne zusätzlich zu kürzen.
Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.
Substrat
In ihrer Heimat wächst die Alocasia reversa oft zwischen Felsen und Geröll, wo kaum Erde liegen bleibt – entsprechend locker und durchlässig sollte auch das Substrat im Topf sein. Eine Aroid-Mischung aus Blumenerde, Orchideenrinde und Perlit oder grobem Sand funktioniert gut und verhindert, dass sich Staunässe an den empfindlichen Wurzeln bildet. Ein deutlich zu großer Topf begünstigt eher, dass das Substrat zu lange nass bleibt – die Alocasia reversa steht ohnehin gerne etwas knapper im Topf und muss nur selten umgetopft werden.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Die Alocasia reversa zählt zu den anspruchsvolleren Alocasien, was die Luftfeuchtigkeit betrifft – normale Wohnraumluft im Bereich von 40 bis 50 % reicht ihr auf Dauer meist nicht aus, spürbar wohler fühlt sie sich erst ab etwa 60 %. Bei zu trockener Luft zeigen sich schnell braune, knusprige Blattränder. Ein Luftbefeuchter, eine Kiesschale oder ein Platz im Bad bzw. in der Vitrine schaffen zuverlässig dauerhaft höhere Werte; von regelmäßigem Besprühen der Blätter solltest du dagegen eher absehen, da stehende Feuchtigkeit Pilz- und Schädlingsbefall begünstigen kann. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 18 und 27 °C, dauerhaft unter 15 °C und kalte Zugluft führen schnell zu Blattverlust.
Wachstum & Ruhephase
Mit etwa 30 bis 40 cm Höhe und Breite bleibt die Alocasia reversa angenehm kompakt und eignet sich auch für kleinere Standorte. Eine echte, temperaturgesteuerte Winterruhe hält sie bei normaler Zimmertemperatur nicht – ausschlaggebend ist vor allem das Lichtangebot. Steht sie im Herbst und Winter nur am Fenster, sorgt das spürbar schwächere Tageslicht dafür, dass sich das Wachstum verlangsamt und die Pflanze auch einen Großteil oder sogar alle ihre Blätter verlieren kann; das ist bei dieser Sorte normal und kein Grund zur Sorge, solange die Knolle im Substrat fest und gesund bleibt. Wächst sie dagegen ganzjährig unter einer ausreichend hellen Pflanzenlampe, bleibt das Wachstum meist auch im Winter stabil und ein nennenswerter Blattverlust bleibt aus. Bei reiner Fensterhaltung reduzierst du Gießen und Düngen in der lichtärmeren Zeit entsprechend und wartest geduldig auf den Neuaustrieb im Frühjahr.
Gut zu wissen
Wie alle Alocasien enthält auch die Alocasia reversa Calciumoxalat-Kristalle und ist für Haustiere und Kinder bei Verzehr reizend – am besten außer Reichweite platzieren.
Ihren Namen verdankt die Alocasia reversa ihrer ungewöhnlichen Zeichnung: Während bei den meisten anderen Alocasien die Blattadern heller als die restliche Blattfläche sind, ist es bei ihr genau umgekehrt – Mittelrippe und Adern zeigen ein kräftiges Dunkelgrün, während der übrige Blattbereich heller und fast silbrig-grün schimmert. Ursprünglich stammt sie von der Insel Borneo, wo sie zwischen Felsen und Geröll wächst.
Regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten lohnt sich, da Spinnmilben besonders bei trockener Heizungsluft im Winter auftreten können.