Anthurium DocBlock Zara® ‘3’ x Zara® ’33’ – Pflege

Anthurium DocBlock Zara '3' x Zara '33' mit samtig-dunklen, herzförmigen Blättern und heller Aderung
Die folgenden Angaben stammen aus eigener Erfahrung mit dieser Pflanze und dem Abgleich mehrerer unabhängiger Quellen. Da sich Lichtverhältnisse, Luftfeuchtigkeit und Raumklima von Zuhause zu Zuhause unterscheiden, dienen die Werte als Orientierung und nicht als starre Vorgabe.
Standort & Licht

Ein heller Platz ohne direkte Sonne ist für diese Samtblatt-Anthurie genau richtig. Die feine, samtige Blattoberfläche besteht aus winzigen, papillenartigen Zellen, die auch schwächeres Licht gut einfangen können – prallen Mittagssonne verträgt sie dadurch trotzdem nicht, die Blätter verbrennen dann schnell. Als grobe Orientierung bewegt sich der geeignete Bereich bei etwa 60 bis 150 µmol/m²/s PAR (PPFD), was bei 10 bis 12 Stunden Beleuchtung einem DLI von ungefähr 2 bis 6,5 mol/m²/Tag entspricht. Zu dunkle Standorte lassen die typische kontrastreiche Blattzeichnung blasser wirken und bremsen den ohnehin schon gemächlichen Wuchs zusätzlich.

Gießen

Sobald sich die obere Substratschicht (etwa 2 bis 4 cm) trocken anfühlt, wird gründlich gegossen, bis überschüssiges Wasser unten abläuft – stehendes Wasser im Übertopf danach immer entfernen, da die feinen Wurzeln empfindlich auf Staunässe reagieren. Bei der Wasserqualität lohnt sich besondere Sorgfalt: kalkarmes, am besten abgestandenes oder gefiltertes Wasser wird deutlich besser vertragen als hartes Leitungswasser, das sonst zu unschönen weißlichen Ablagerungen auf der samtigen Blattoberfläche und braunen Blatträndern führen kann. In der kühleren Jahreszeit wird die Gießmenge spürbar reduziert.

Düngen

Während der Wachstumsphase reicht ein stark verdünnter, ausgewogener Aroiden-Dünger etwa alle 4 bis 6 Wochen völlig aus – diese Zara-Kreuzung wächst eher gemächlich und ist damit keineswegs ein Starkzehrer, überdüngen schadet den feinen Wurzeln eher, als dass es nutzt. Als grobe Näherung gelten für Anthurien allgemein ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von rund 1,0 bis 1,5 mS/cm; halte dich bei der genauen Dosierung am besten an die Herstellerangabe. Wächst die Pflanze im Herbst und Winter nur am hellen Fenster, wird durch das schwächere Licht seltener bzw. gar nicht gedüngt; unter ganzjährig ausreichend hellem Pflanzenlicht kann dagegen weiterhin im gewohnten Rhythmus gedüngt werden.

Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.

Substrat

Ihre Wurzeln brauchen vor allem eines: reichlich Luft. Ein grobstückiges, sehr durchlässiges Substrat aus Orchideenrinde, grobem Perlit und etwas Sphagnum-Moos oder Kokoschips bildet die beste Grundlage, dichte, verdichtende Blumenerde sollte gemieden werden. Ein tiefer, aber nicht zu breiter Topf mit guten Abzugslöchern passt zu ihrem eher kompakten Wurzelballen; wer es unkomplizierter mag, kann die Pflanze auch in Semihydro-Kultur mit Blähton (LECA) kultivieren.

Luftfeuchtigkeit & Temperatur

Anders als viele robustere Aroiden ist diese Zara-Kreuzung bei der Luftfeuchtigkeit tatsächlich anspruchsvoll: In normaler Wohnraumluft um 40 bis 50 % hält sie sich zwar eine Zeit lang, echte Vitalität mit kräftigen, großflächigen Blättern zeigt sie aber erst ab etwa 65 %, besser noch darüber. Ein Luftbefeuchter, ein Gewächshausschrank oder ein Platz im feuchteren Bad kommen ihr entsprechend entgegen; bei sehr niedriger Luftfeuchtigkeit über längere Zeit können Blattränder eintrocknen. Bei der Temperatur fühlt sie sich zwischen 18 und 26 °C am wohlsten, kalte Zugluft und Werte unter 15 °C sollten unbedingt vermieden werden.

Wachstum & Form

Im Gegensatz zu kletternden Aroiden wächst diese Anthurie selbstköpfig als kompakte Rosette, ganz ohne Rankhilfe. Die großen, herzförmigen Blätter erscheinen neu in einem warmen Rotbraun-Ton, bevor sie mit der Zeit zu einem tiefen, fast schwärzlichen Grün mit weiterhin sichtbarem rötlichem Schimmer aushärten – dazu die namensgebende samtige Textur und die kontrastreiche, helle Aderung. Der Zuwachs erfolgt langsam bis allenfalls mäßig zügig; wer schnelle Ergebnisse erwartet, wird hier eher enttäuscht, dafür wird jedes neue Blatt zum kleinen Ereignis.

Gut zu wissen

Bei dieser Pflanze handelt es sich um eine Geschwisterkreuzung innerhalb der bekannten DocBlock-Zara®-Linie: Zwei einzeln selektierte Klone derselben Zara-Linie, geführt unter den Nummern ‘3’ und ’33’, wurden hier miteinander gekreuzt. Die ursprüngliche Zara-Linie selbst geht auf eine Kreuzung von Anthurium magnificum mit einer rotlaubigen Anthurium-crystallinum-Zuchtform durch den Züchter Dr. Jeff Block zurück. Entsprechend zeigen die Sämlinge dieser Linie das typische samtige Blatt mit auffälliger Rot-Braun-Färbung im Neuaustrieb.

Im Vergleich zu vielen anderen Zimmerpflanzen ist diese Samtblatt-Anthurie insgesamt anspruchsvoller in der Pflege – vor allem konstant hohe Luftfeuchtigkeit und weiches Gießwasser sind hier keine reine Kür, sondern machen einen spürbaren Unterschied für Wuchsfreude und Blattqualität.

Wie alle Araceen enthält auch diese Anthurie Calciumoxalat-Kristalle und ist für Haustiere und Kinder bei Verzehr reizend – am besten außer Reichweite platzieren. Regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten lohnt sich außerdem, da Thripse und Spinnmilben zu den häufigsten Schädlingen bei dieser Pflanzengruppe zählen.