Begonia lamriana ‘Silver’ – Pflege

Begonia lamriana 'Silver' mit kleinen, samtigen Blättern und silbrig schimmernder Zeichnung
Die folgenden Angaben stammen aus eigener Erfahrung und dem Abgleich mehrerer unabhängiger deutscher und englischer Quellen. Da Standort, Licht und Raumklima bei jedem zuhause etwas anders ausfallen, dienen sie als Orientierung und nicht als starre Vorgabe.
Standort & Licht

Wie die meisten kleinen Terrarienbegonien bevorzugt auch diese Sorte ein helles, aber gefiltertes Licht ohne direkte Sonne. Pralle Sonneneinstrahlung verbrennt die empfindlichen, samtigen Blätter schnell, zu dunkel gestellt wird der Wuchs dagegen zäher und die silbrige Zeichnung tritt weniger deutlich hervor. Als Richtwerte für kleine Zimmerbegonien dieser Art gelten grob 40 bis 80 µmol/m²/s PAR (PPFD), was einem DLI von ungefähr 1,5 bis 3,5 mol/m²/Tag entspricht.

Gießen

Das Substrat sollte gleichmäßig leicht feucht gehalten werden, ohne komplett auszutrocknen oder dauerhaft nass zu stehen – die feinen Wurzeln reagieren auf beide Extreme empfindlich. Am besten mit der Fingerprobe die obersten 2 cm prüfen, bevor erneut gegossen wird. Gerade nach dem Kauf oder einem Standortwechsel kann die Pflanze auf die neue Umgebung erst einmal mit leicht hängenden oder eingerollten Blättern reagieren, was sich bei stabilen Bedingungen meist wieder legt.

Düngen

In der Wachstumsphase reicht ein sehr stark verdünnter Flüssigdünger etwa alle 4 bis 6 Wochen aus – bei kleinen, empfindlichen Terrarienbegonien lieber sparsamer als zu großzügig dosieren. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 1,5 mS/cm; Begonien reagieren generell empfindlich auf zu hohe Salzkonzentrationen. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht ohnehin nicht mehr gedüngt; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung kann dagegen etwas länger im normalen Rhythmus weitergedüngt werden.

Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.

Substrat

Ein feines, sehr durchlässiges Substrat mit einem hohen Perlit-Anteil kommt den zierlichen Wurzeln dieser Begonie am meisten entgegen. Ein Topf mit gutem Wasserabzug ist Pflicht, da die feinen Wurzeln dauerhafte Nässe nicht vertragen.

Luftfeuchtigkeit & Temperatur

Diese Begonie gehört zu den anspruchsvolleren Terrarienbegonien und braucht durchgehend hohe Luftfeuchtigkeit sowie stabile Temperaturen, um sich wirklich wohlzufühlen – ein geschlossenes oder halboffenes Terrarium eignet sich deutlich besser als die offene Fensterbank. Auf der offenen Fensterbank fällt die Eingewöhnung schwerer und die Pflege ist insgesamt heikler. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 20 und 26 °C, größere Schwankungen sollten vermieden werden.

Wachstum & Form

‘Silver’ bleibt als kompakte, kleine Terrarienbegonie angenehm zierlich und eignet sich damit auch für kleinere Vitrinen oder Anzuchtboxen. Die silbrig schimmernde Blattzeichnung kommt bei stabilen, feuchten Bedingungen am kräftigsten zur Geltung. Neue Blätter zu bekommen ist bei dieser eher gemächlich wachsenden Sorte ein verlässliches Zeichen, dass die Pflege passt. Bei reiner Fensterhaltung im Herbst und Winter verlangsamt sich das Wachstum durch das schwächere Licht zusätzlich; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung in der Vitrine bleibt der Wuchs dagegen gleichmäßiger.

Gut zu wissen

Begonia lamriana gehört zur großen Gruppe kleiner, oft erst in den letzten Jahren beschriebener Terrarienbegonien aus Südostasien, wie sie in ähnlicher Form regelmäßig von Kalksteingebieten Borneos und benachbarter Regionen bekannt werden. Frisch eingezogene Jungpflanzen zeigen häufig noch kleine kosmetische Schönheitsfehler an den Blättern, die sich mit der Zeit auswachsen und kein Zeichen für einen dauerhaften Schaden sind.

Wie alle Begonien enthält auch diese Art Oxalate und sollte bei Haustieren, die gerne an Pflanzen knabbern, außer Reichweite stehen.