Labisia sp. ‘Jambi’ – Pflege

Labisia sp. 'Jambi' mit schmalen, samtigen Blättern in dunklem Grün bis Schwarz und auffällig hellgrüner Aderzeichnung
Die folgenden Angaben stammen aus eigener Erfahrung und dem Abgleich mehrerer unabhängiger deutscher und englischer Quellen. Da Standort, Licht und Raumklima bei jedem zuhause etwas anders ausfallen, dienen sie als Orientierung und nicht als starre Vorgabe.
Standort & Licht

Am Boden der schattigen Wälder Sumatras bekommt diese Labisia nur wenig direktes Licht ab, entsprechend fühlt sie sich bei uns an einem hellen, aber schattigen bis halbschattigen Platz am wohlsten. Zu viel direktes Licht lässt die kräftige, teils metallisch schimmernde Blattfarbe verblassen, während zu dunkle Standorte das ohnehin gemächliche Wachstum noch weiter verlangsamen. Als Richtwerte für die Gattung gelten bei Zimmerhaltung nur etwa 30 bis 60 µmol/m²/s PAR (PPFD), was einem DLI von ungefähr 1,5 bis 2,5 mol/m²/Tag entspricht – deutlich schattenverträglicher als die meisten anderen Zimmerpflanzen.

Gießen

Sobald die obersten 2 bis 3 cm des Substrats trocken sind, wird gründlich gegossen, bis Wasser aus den Abzugslöchern läuft – überschüssiges Wasser im Untersetzer sollte danach nicht stehen bleiben. Wichtiger als ein starres Gießschema ist Gleichmäßigkeit: Die Pflanze mag es weder komplett austrocknen noch dauerhaft im Nassen stehen. Im Winter, wenn das Wachstum ruht, darf zwischen den Wassergaben ruhig etwas mehr Zeit vergehen.

Düngen

Da diese Labisia recht langsam wächst, reicht ein gut verdünnter Flüssigdünger in der Wachstumsphase etwa alle 4 bis 6 Wochen völlig aus – mehr würde dem gemächlichen Wuchs kaum zugutekommen. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 1,5 mS/cm. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht seltener bzw. gar nicht gedüngt; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung kann dagegen im gewohnten Rhythmus weitergedüngt werden.

Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.

Substrat

Ein lockeres, durchlässiges Substrat aus feiner Orchideenrinde, Perlit und etwas Kokosfaser oder Torfmoos lässt überschüssiges Wasser zügig abziehen und beugt Wurzelfäule vor. Ein Topf mit gutem Wasserabzug ist Pflicht, da die Wurzeln dauerhafte Nässe nicht vertragen.

Luftfeuchtigkeit & Temperatur

Bei der Luftfeuchtigkeit ist diese Labisia tatsächlich anspruchsvoll: Werte von 60 bis 80 % gelten als notwendig, damit sie sich wirklich wohlfühlt, bei dauerhaft trockener Luft zeigen sich schnell knusprige, braune Blatträndern. Ein geschlossenes oder halboffenes Terrarium bzw. eine Pflanzenvitrine eignet sich daher deutlich besser als die offene Fensterbank; wer es ohne Vitrine versuchen möchte, sollte auf jeden Fall einen Luftbefeuchter einplanen. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 20 und 28 °C, kühlere Zugluft sollte vermieden werden.

Wachstum & Form

Diese Labisia wächst eher aufrecht und schmal statt kriechend, mit schmalen, bis etwa 18 cm langen und nur 4 bis 7 cm breiten Blättern. Blattrand und Mittelrippe zeigen sich hellgrün, die Fläche dazwischen dunkelgrün bis schwarz und bei frischen Blättern oft rötlich schimmernd – die genaue Farbintensität hängt dabei stark vom Lichteinfall ab. Der Wuchs ist insgesamt gemächlich, neue Blätter zu bekommen ist ein verlässliches Zeichen, dass die Pflege passt. Eine Rankhilfe braucht diese kompakte Art nicht.

Gut zu wissen

Diese Labisia stammt aus der Umgebung der Stadt Jambi auf Sumatra, im Handel kursiert auch die Schreibweise “Jabi”, die vermutlich schlicht ein Verschreiber des Herkunftsnamens ist. Zur Haustierverträglichkeit von Labisia liegen bislang keine verlässlichen Daten vor, weshalb sie vorsichtshalber außerhalb der Reichweite von neugierigen Haustieren stehen sollte.