Philodendron ‘Burle Marx Fantasy’ – Pflege
Unsere eigene Philodendron Burle Marx Fantasy – dein Exemplar kann je nach Reifegrad und Kletterhilfe in der Blattgröße abweichen.
Standort & Licht
Die Burle Marx Fantasy mag es hell bis halbschattig, direkte Sonne verträgt sie aber nicht – die Blätter verbrennen dann schnell. Ein Platz mit viel indirektem Licht, etwas abseits vom Fenster, funktioniert gut. Im Vergleich zu vielen anderen Aroiden kommt sie auch mit etwas schattigeren Standorten zurecht, wächst dort dann aber langsamer und bildet kleinere Blätter.
Gießen
Gieße erst, wenn die obere Substratschicht (grob die oberen 2–3 cm) angetrocknet ist – die Fantasy ist recht anfällig für Wurzelfäule, deshalb im Zweifel lieber etwas sparsamer gießen als zu großzügig. In der Wachstumsphase ist das meist etwa alle 7 bis 10 Tage der Fall. Am zuverlässigsten bleibt der Fingertest statt eines festen Rhythmus.
Düngen
In der Wachstumsphase reicht meist eine Gabe alle 3 bis 4 Wochen mit einem verdünnten, ausgewogenen Flüssigdünger. Wie genau, hängt vom jeweiligen Produkt und seiner Konzentration ab – halte dich hier am besten an die Dosierungsangabe auf der Verpackung statt an eine pauschale Regel. Da die Fantasy ohnehin recht langsam wächst, richtet zu häufiges Düngen hier schneller Schaden an als bei kräftiger wachsenden Arten. Steht die Pflanze nur am Fenster, kannst du die Düngung im Herbst und Winter deutlich reduzieren, weil das Wachstum durch das schwächere Licht zurückgeht. Läuft dagegen eine Pflanzenlampe mit ausreichend Tagesstunden durch, bleibt die Wachstumsaktivität auch im Winter eher stabil – dann kann die Düngung im gewohnten, ohnehin schon zurückhaltenden Rhythmus weiterlaufen, statt zusätzlich reduziert zu werden.
Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.
Substrat
Locker und gut durchlässig sollte es sein, aber trotzdem etwas Feuchtigkeit halten können – eine Aroid-Mischung aus z. B. Erde, Orchideenrinde und Perlit hat sich bewährt. Schwere, verdichtende Erde begünstigt Staunässe und damit Wurzelfäule.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 70 % fördert gesundes Wachstum und eine schönere Blattentwicklung, normale Wohnraumluft wird aber meist gut vertragen. Besprühen erhöht die Luftfeuchtigkeit dabei kaum spürbar und nur für wenige Minuten, gleichzeitig bleiben die Blätter dabei feucht, was ein guter Nährboden für Pilze und Bakterien sein kann, besonders bei schlechter Luftzirkulation. Ein Luftbefeuchter, eine Kiesschale mit Wasser oder eine Pflanzengruppierung erhöhen die Luftfeuchtigkeit dagegen dauerhaft und zuverlässiger, ohne die Blätter nass zu machen. Es sollte nicht zu kühl stehen, dauerhaft unter 18 °C mag sie nicht – ideal sind 18 bis 27 °C.
Wachstum & Rankhilfe
Eine Kletterhilfe (Moosstab) ist bei dieser Pflanze fast unverzichtbar: Ohne Halt bleiben die charakteristischen, tropfenförmigen Blätter winzig – teils nur 2 bis 3 cm lang. An einer Moosstange kletternd, an der die Luftwurzeln andocken können, werden sie deutlich größer und können bis zu 10 cm erreichen. Die Fantasy wächst insgesamt sehr langsam, das ist normal und kein Pflegefehler – hier ist Geduld gefragt.
Gut zu wissen
Wie die meisten Philodendren enthält auch die Burle Marx Fantasy Calciumoxalat-Kristalle und ist für Haustiere und Kinder bei Verzehr reizend – am besten außer Reichweite platzieren.
Wichtig zur Einordnung: Trotz des ähnlichen Namens ist die Burle Marx Fantasy eine ganz andere Pflanze als der (variegate) Philodendron Burle Marx – im Handel und in Pflegeanleitungen werden beide öfter miteinander verwechselt. Der “normale” Burle Marx hat große, glänzende, teils cremeweiß panaschierte Blätter, während die Fantasy deutlich kleiner, schmaler und tropfenförmig mit graugrün-silbrigem Schimmer und dunkelgrüner Äderung bleibt. Sie geht übrigens auf eine Züchtung zurück, die ursprünglich an einem Baum im eigenen Garten von Roberto Burle Marx entdeckt wurde.