Anthurium ‘Radicans x Luxurians’ – Pflege
Standort & Licht
Ein heller Platz mit reichlich indirektem Licht, etwa nah an einem Ost- oder Westfenster, lässt diese Anthurie am kräftigsten wachsen und bringt die genarbte Blattoberfläche am besten zur Geltung. Als grobe Orientierung liegt der ideale Bereich bei etwa 20 bis 80 µmol/m²/s PAR (PPFD), was bei rund 12 Stunden Beleuchtungsdauer einem DLI von ungefähr 1 bis 3,5 mol/m²/Tag entspricht. Direkte Sonneneinstrahlung solltest du meiden, da die dicken, ledrigen Blätter darauf verbrennen können. Diese Anthurie zeigt sich insgesamt anpassungsfähiger an unterschiedliche Lichtverhältnisse als so manch andere Art.
Gießen
Gieße, sobald die oberen 4 bis 5 cm des Substrats angetrocknet sind – der Ballen sollte danach gleichmäßig feucht sein, aber nie durchnässt. Komplettes Austrocknen über längere Zeit verträgt diese Anthurie ebenso wenig wie dauerhafte Staunässe, ein ausgewogener Rhythmus ist hier wichtiger als striktes Trockenhalten oder ständiges Feuchthalten. Zimmerwarmes, kalkarmes Wasser wird am besten vertragen, überschüssiges Wasser in Untersetzer oder Übertopf immer abgießen. Im Herbst und Winter, wenn das Wachstum nachlässt, wird spürbar weniger gegossen.
Düngen
Da diese Anthurie in der Wachstumsphase recht zügig neue Blätter bildet und dabei die Nährstoffe im Substrat entsprechend schneller verbraucht, reicht meist eine Gabe alle 3 bis 4 Wochen mit einem stark verdünnten Flüssigdünger (ein Viertel bis maximal die Hälfte der empfohlenen Menge). Als grobe Näherung gelten für Anthurien allgemein ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eher niedrige 1,0 bis 1,5 mS/cm. Halte dich bei der genauen Dosierung an die Herstellerangabe auf der jeweiligen Verpackung. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird das Licht schwächer und die Düngung entsprechend reduziert bzw. pausiert; wächst sie dagegen ganzjährig unter ausreichend hellem Pflanzenlicht, kann der gewohnte Rhythmus beibehalten werden, ohne zusätzlich zu kürzen.
Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.
Substrat
Ein grobes, luftiges und trotzdem organisch angereichertes Substrat kommt dieser Anthurie am meisten entgegen – eine Mischung aus Orchideenrinde, Perlit, Kokosfaser und etwas Holzkohle funktioniert gut. Wichtig ist vor allem, dass Wasser zügig abzieht und Sauerstoff bis an die Wurzeln gelangt, ein zu dicht gepacktes Substrat begünstigt schnell Wurzelfäule. Umgetopft wird, sobald der Topf sichtbar zu klein wird oder die Pflanze sich deutlich vergrößert hat.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Mit normaler Wohnraumluft im Bereich von 40 bis 50 % kommt diese Anthurie erstaunlich gut zurecht und zeigt sich insgesamt weniger anspruchsvoll als so manche andere Art – deutlich kräftiger und praller wächst sie aber bei erhöhter Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 70 %. Ein Luftbefeuchter oder eine Kiesschale helfen dabei, die Werte bei Bedarf anzuheben. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 18 und 27 °C, kalte Zugluft und plötzliche Temperaturschwankungen sollten vermieden werden.
Wachstum & Form
Diese Anthurie bildet dicke, herzförmige Blätter mit einer stark gewölbten, gesteppt wirkenden Oberfläche und wächst dabei niedrig-kriechend bis leicht kletternd, weshalb ihr eine Rankhilfe oder ein Moosstab gut zu Gesicht steht. Neue Blätter erscheinen zunächst in einem kräftigen Rosa- bis Bronzeton und härten erst nach und nach zum satten Dunkelgrün aus, begleitet von auffällig dunkelroten bis bräunlichen Blattstielen. Insgesamt wächst sie recht zügig. Eine ausgeprägte Ruhephase ist nicht einheitlich dokumentiert, im Winter wächst sie aber spürbar langsamer.
Gut zu wissen
Wie alle Anthurien enthält auch diese Kreuzung Calciumoxalat-Kristalle und ist für Haustiere und Kinder bei Verzehr reizend – am besten außer Reichweite platzieren.
Botanisch handelt es sich um eine sterile Hybride aus der spitzblättrigen Anthurium radicans und der breiteren, ovaleren Anthurium luxurians, gelegentlich auch unter dem Beinamen “Quilted Hearts” gehandelt. Von der reinen Anthurium luxurians unterscheidet sich diese Kreuzung vor allem durch das insgesamt zügigere Wachstum und die etwas größere Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Licht- und Feuchtigkeitsverhältnisse – ein typischer Effekt bei Kreuzungen aus zwei unterschiedlich anspruchsvollen Elternarten.
Regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten lohnt sich, da Schild- und Wollläuse sich dort gerne verstecken.