Alocasia ‘Venom’ – Pflege
Standort & Licht
Mindestens einige Stunden helles, indirektes Licht sind bei dieser Alocasia keine Kür, sondern Voraussetzung für kräftigen Wuchs – ohne ausreichend Helligkeit neigt sie schneller zu Blattverlust als manch andere Sorte. Direkte Sonne, gerade zur Mittagszeit, führt trotzdem schnell zu Verbrennungen auf der mattgrünen Blattfläche, milde Morgen- oder Abendsonne wird dagegen meist gut vertragen. Als Richtwerte für die Gattung liegen Alocasien allgemein bei etwa 150 bis 500 µmol/m²/s PAR (PPFD), was bei 12 bis 14 Stunden Beleuchtung einem DLI von ungefähr 6,5 bis 25 mol/m²/Tag entspricht.
Gießen
Die obersten 2 bis 3 cm des Substrats dürfen zwischen den Wassergaben antrocknen, danach wird gleichmäßig durchdringend gegossen. Im Sommer ist das bei dieser Alocasia durchaus alle paar Tage der Fall, im Winter dagegen oft nur einmal pro Woche oder seltener. Dauerhafte Staunässe ist der schnellste Weg zu Wurzelfäule und sollte unbedingt vermieden werden, überschüssiges Wasser im Untersetzer daher immer abgießen.
Düngen
Wie die meisten Alocasien zählt auch ‘Venom’ zu den Starkzehrern – in der Wachstumsphase darf etwa alle 1 bis 2 Wochen mit einem stark verdünnten Flüssigdünger gedüngt werden, gerne bei jedem oder jedem zweiten Gießen. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eine eher niedrig angesetzte Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 1,3 mS/cm, da Alocasien empfindlich auf Salzanreicherung reagieren; halte dich bei der genauen Dosierung an die Herstellerangabe. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht seltener bzw. gar nicht gedüngt; unter ganzjährig ausreichend hellem Pflanzenlicht kann dagegen im gewohnten, häufigen Rhythmus weitergedüngt werden.
Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.
Substrat
Eine grobstückige, gut durchlässige Aroiden-Mischung aus Orchideenrinde, Perlit und etwas Kokosfaser oder Torfmoos sorgt dafür, dass Wasser zügig abzieht, ohne dass das Substrat komplett austrocknet. Ein Topf mit ausreichend Abzugslöchern ist bei dieser Alocasia Pflicht, damit die Wurzeln nicht dauerhaft in Feuchtigkeit stehen.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Bei der Luftfeuchtigkeit ist ‘Venom’ anspruchsvoller als so manche andere Alocasia: Werte von 65 % oder mehr sollten es schon sein, sonst zeigen sich schnell braune Ränder – die dünne, lange Blattspitze ist dabei meist die erste Stelle, die auf zu trockene Luft reagiert. Ein Luftbefeuchter in der Nähe ist hier die zuverlässigste Lösung, das bloße Gruppieren mit anderen Pflanzen reicht in normaler Wohnraumluft dagegen oft nicht aus. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 18 und 28 °C; unter etwa 15 °C wird das Wachstum spürbar langsamer, unter 10 °C kann es zu Blattverlust oder einer Ruhephase kommen.
Wachstum & Ruhephase
Die schildförmigen Blätter mit ihrem sanft gewellten Rand und der markant erhabenen Äderung sind schon auffällig genug, doch das eigentliche Erkennungsmerkmal dieser Sorte sitzt an der Blattspitze: Sie läuft lang und schmal aus und rollt sich am Ende zu einer fangartigen Kräuselung ein. Junge Blätter erscheinen zunächst dunkler grün und hellen mit der Zeit zu einem gleichbleibend mattsilbrigen Grünton auf, statt wie bei vielen anderen Alocasien mit dem Alter nachzudunkeln. Wächst die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, verlangsamt sich das Wachstum durch das schwächere Licht spürbar und sie kann in eine leichte Ruhephase mit reduziertem Blattwerk übergehen; unter ganzjährig ausreichend hellem Pflanzenlicht bleibt der Wuchs dagegen meist stabil.
Gut zu wissen
Alocasia ‘Venom’ wurde 2019 vom südkoreanischen Züchter Mason Lee als spontane Mutation der bekannten Alocasia amazonica entdeckt – selbst schon eine in den 1950er-Jahren in Miami gezüchtete Kreuzung aus Alocasia sanderiana und Alocasia longiloba ‘Watsoniana’. Anders als bei ihrer Ausgangspflanze, deren Blätter meist gleichmäßig zugespitzt zulaufen, sorgt bei ‘Venom’ eine zufällige genetische Veränderung für die namensgebende, sich einrollende Blattspitze, die an die Zunge des gleichnamigen Marvel-Schurken erinnert.
Wie alle Aroideen enthält auch diese Alocasia Calciumoxalat-Kristalle und ist für Haustiere und Kinder bei Verzehr reizend – am besten außer Reichweite platzieren. Regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten lohnt sich zudem, da Spinnmilben besonders bei zu trockener Luft zu den häufigeren Problemen bei dieser Gattung zählen.