Labisia japonica – Pflege
Standort & Licht
Am Waldboden gewöhnt, kommt diese Labisia mit mittlerem bis hellem, aber immer indirektem Licht am besten zurecht – ein Nord- oder Ostfenster passt gut, direkte Sonne verbrennt die weichen Blätter dagegen schnell. Steht sie zu dunkel, wird der Wuchs merklich zäher und die Farbintensität der Blätter lässt nach. Als Richtwerte für die Gattung gelten bei Zimmerhaltung nur etwa 30 bis 60 µmol/m²/s PAR (PPFD), was einem DLI von ungefähr 1,5 bis 2,5 mol/m²/Tag entspricht.
Gießen
Gegossen wird, sobald die obersten 1 bis 2 cm des Substrats angetrocknet sind – gleichmäßig feucht statt nass ist dabei das Ziel. Weiches, kalkarmes Wasser wird deutlich besser vertragen als hartes Leitungswasser, das über die Zeit zu Ablagerungen im Substrat führen kann. Staunässe verträgt diese Labisia gar nicht und reagiert darauf schnell mit Wurzelfäule, überschüssiges Wasser sollte daher immer abgegossen werden.
Düngen
In der Wachstumsphase reicht ein gut verdünnter Flüssigdünger etwa alle 2 bis 4 Wochen aus, im Herbst und Winter wird die Düngung reduziert bzw. eingestellt. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 1,5 mS/cm. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht seltener bzw. gar nicht gedüngt; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung kann dagegen im gewohnten Rhythmus weitergedüngt werden.
Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.
Substrat
Eine Mischung aus Aroiden-Substrat, etwas Sphagnum-Moos und Perlit hält die Feuchtigkeit gleichmäßig, ohne die Wurzeln zu ersticken. Ein Topf mit gutem Wasserabzug ist Pflicht, da diese Labisia auf dauerhaft nasse Füße empfindlich reagiert.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Mit normaler Wohnraumluft kommt Labisia japonica meist zurecht, bei dauerhaft sehr trockener Luft können aber braune Blattspitzen auftreten. Ab etwa 60 % Luftfeuchtigkeit zeigt sich das samtige Blattbild deutlich intensiver, ein geschlossenes Terrarium oder ein Luftbefeuchter in der Nähe halten das Mikroklima dabei besonders stabil. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 20 und 28 °C.
Wachstum & Form
Diese Labisia bleibt niedrig und kompakt und wirkt schon in kleinen Töpfen dekorativ. Die samtige Blattoberfläche mit ihren fein schimmernden, silbrigen Adern ist das eigentliche Highlight und kommt bei stabilen, eher gleichbleibenden Bedingungen am schönsten zur Geltung. Neue Blätter zu bekommen ist bei dieser langsam bis mäßig wachsenden Art ein verlässliches Zeichen, dass die Pflege passt. Bei reiner Fensterhaltung im Herbst und Winter verlangsamt sich das ohnehin gemächliche Wachstum durch das schwächere Licht zusätzlich; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung bleibt der Wuchs dagegen gleichmäßiger.
Gut zu wissen
Labisia japonica ist eng mit der Labisia pumila verwandt, die in Südostasien traditionell auch als Heilpflanze genutzt wird. Unter dem Handelsnamen “Labisia japonica” kursieren im Handel unterschiedlich aussehende Pflanzen – neben der hier beschriebenen samtig dunkelgrünen Form mit silbriger Äderung wird gelegentlich auch eine hellere, limettengrün-dunkelgrün gestreifte Form unter demselben Namen angeboten. Ein Blick auf die tatsächliche Pflanze lohnt sich also, falls die eigene anders aussieht als erwartet.
Zur Haustierverträglichkeit von Labisia liegen bislang keine verlässlichen Daten vor, weshalb sie vorsichtshalber außerhalb der Reichweite von neugierigen Haustieren stehen sollte.