Anthurium ‘Delta Force’ – Pflege

Anthurium 'Delta Force' mit dreieckig-deltaförmigem, samtig dunkelgrünem Blatt und silbrig-weißer Äderung
Die folgenden Angaben stammen aus eigener Erfahrung und dem Abgleich mehrerer unabhängiger deutscher und englischer Quellen. Da Standort, Licht und Raumklima bei jedem zuhause etwas anders ausfallen, dienen sie als Orientierung und nicht als starre Vorgabe.
Standort & Licht

Ein heller Platz mit viel indirektem Licht bringt die silbrige Äderung dieser Hybride am besten zur Geltung – ohne ausreichend Licht wird sie eher Blätter abwerfen, als einfach nur langsamer zu wachsen. Direkte, heiße Sonnenstrahlen verbrennen die samtige Blattoberfläche dagegen schnell, ein Platz mit etwas Abstand zum Südfenster funktioniert meist gut. Als Richtwerte für samtblättrige Anthurien gelten grob 20 bis 100 µmol/m²/s PAR (PPFD), was einem DLI von ungefähr 1 bis 4 mol/m²/Tag entspricht.

Gießen

Das Substrat sollte gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne dabei nass zu werden – zu viel Wasser führt schnell zu Staunässe und in der Folge zu Wurzelfäule. Am besten mit der Fingerprobe prüfen: Fühlen sich die obersten 2 bis 3 cm trocken an, wird wieder gegossen. Überschüssiges Wasser im Untersetzer sollte grundsätzlich abgegossen werden.

Düngen

In der Wachstumsphase reicht ein gut verdünnter Flüssigdünger etwa einmal im Monat aus. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 1,5 mS/cm. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht ohnehin nicht mehr gedüngt; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung kann dagegen im gewohnten Rhythmus weitergedüngt werden.

Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.

Substrat

Eine luftige, gut durchlässige Mischung zu gleichen Teilen aus Orchideenrinde, Torfersatz bzw. Kokosfaser und Perlit versorgt die Wurzeln ausreichend, ohne sie zu ersticken. Ein Topf mit gutem Wasserabzug ist wichtig, umgetopft wird meist einmal jährlich oder sobald sich die Pflanze in ihrer Größe verdoppelt hat.

Luftfeuchtigkeit & Temperatur

Diese Hybride ist bei der Luftfeuchtigkeit erfreulich anpassungsfähig und kommt mit etwas niedrigeren Werten zurecht als so manche andere samtblättrige Anthurie, ab etwa 60 % wächst sie aber sichtbar vitaler. Statt zu besprühen – der Effekt hält kaum an und feuchte Blätter können Pilzbefall begünstigen – hilft ein Luftbefeuchter in der Nähe zuverlässiger weiter. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 18 und 27 °C, dauerhaft unter 15 °C wird ungern vertragen.

Wachstum & Form

Als selbstköpfige Rosettenpflanze wächst ‘Delta Force’ aufrecht ohne Kletterambitionen, eine Rankhilfe braucht sie nicht. Namensgebend ist die markante, dreieckig-deltaförmige Blattform, die deutlich von der klassisch herzförmigen Anthurien-Silhouette abweicht – ein Erbe des lappig-gefingerten Elternteils in ihrer Abstammung. Bei reiner Fensterhaltung im Herbst und Winter verlangsamt sich das Wachstum durch das schwächere Licht spürbar; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung bleibt der Wuchs dagegen weitgehend gleichmäßig.

Gut zu wissen

‘Delta Force’ geht auf Kreuzungsversuche des Züchters Steve Nock von Ree Gardens Mitte der 1990er-Jahre zwischen Anthurium clarinervium und Anthurium pedatoradiatum zurück. Aus einer stark variierenden Sämlingspartie stach ein einziger Klon mit seiner charakteristisch dreieckigen Blattform besonders hervor und wurde als eigene, über Gewebekultur vermehrte Sorte etabliert.

Wie alle Aroideen enthält auch diese Anthurie Calciumoxalat-Kristalle und ist für Haustiere und Kinder bei Verzehr reizend – am besten außer Reichweite platzieren.