Anthurium ‘Red Crystallinum’ – Pflege
Standort & Licht
Als Epiphyt aus dem Kronendach tropischer Wälder ist diese Anthurie an helles, aber gut gefiltertes Licht gewöhnt – direkte Sonne verbrennt die samtige Blattoberfläche schnell, vor allem die noch zarten roten Jungblätter. Ein Platz mit viel Streulicht am Ost- oder leicht zurückgesetzten Südfenster passt gut. Als Richtwerte für die Gattung gelten bei dieser Art etwa 80 bis 150 µmol/m²/s PAR (PPFD), was einem DLI von ungefähr 3 bis 6 mol/m²/Tag entspricht – zu dunkel gestellt wird der Wuchs zäh und die kräftige Rotfärbung der neuen Blätter fällt schwächer aus.
Gießen
Gegossen wird, sobald sich die obersten 2 bis 3 cm des Substrats trocken anfühlen, dann aber gründlich durchdringend. Die dicken Wurzeln reagieren empfindlich auf dauerhafte Staunässe und faulen dabei recht schnell, längere Trockenphasen verzeiht die Pflanze dagegen deutlich besser. Kalkarmes oder abgestandenes Wasser wird meist besser vertragen als hartes Leitungswasser, das den pH-Wert im Substrat mit der Zeit verschieben kann.
Düngen
Als Hybride wächst ‘Red Crystallinum’ spürbar zügiger als die reine Art und darf in der Wachstumsphase von Frühjahr bis Spätsommer entsprechend regelmäßig versorgt werden – ein gut verdünnter Flüssigdünger etwa alle 3 bis 4 Wochen reicht meist aus. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 1,5 mS/cm. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht seltener bzw. gar nicht gedüngt; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung kann dagegen im gewohnten Rhythmus weitergedüngt werden.
Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.
Substrat
Ein grobstückiges, sehr durchlässiges Substrat aus Orchideenrinde, Perlit und etwas Sphagnum-Moos oder Kokosfaser kommt den epiphytischen Wurzeln am nächsten. Alternativ funktioniert auch reines Sphagnum-Moos gut, sollte dann aber gleichmäßig leicht feucht statt nass gehalten werden. Ein Topf mit guten Abzugslöchern ist bei dieser staunässeempfindlichen Art besonders wichtig.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Normale Wohnraumluft reicht dieser Anthurie zum Überleben, wirklich wohl fühlt sie sich aber erst ab etwa 60 %, dann bleiben Blattränder glatt und die samtige Textur kommt am schönsten zur Geltung. Bei dauerhaft trockener Luft können die Ränder etwas knuspriger werden. Ein Luftbefeuchter oder ein Platz im Pflanzenfenster helfen hier spürbar, Besprühen dagegen kaum. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 18 und 27 °C, dauerhaft unter 16 °C wird ungern vertragen.
Wachstum & Form
Als selbstköpfige Rosettenpflanze bildet ‘Red Crystallinum’ keine Klettertriebe und braucht daher keine Rankhilfe. Namensgebend ist die auffällige Farbentwicklung der Blätter: Jung treiben sie in leuchtendem Rot bis Burgund mit ausgeprägter weißer Äderung aus, dunkeln über einen violetten Zwischenton nach und werden schließlich tiefgrün, wobei Blattmittelrippe und Adern oft noch länger einen rötlichen Schimmer behalten. Bei reiner Fensterhaltung im Herbst und Winter verlangsamt sich das Wachstum durch das schwächere Licht spürbar; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung bleibt der Wuchs dagegen weitgehend gleichmäßig.
Gut zu wissen
‘Red Crystallinum’ ist keine reine Art, sondern eine vom amerikanischen Züchter Tim Anderson entwickelte Hybride, an der vermutlich Anthurium crystallinum, A. magnificum und A. dressleri beteiligt sind – die reine Anthurium crystallinum zeigt dagegen von Anfang an ein gleichbleibend tiefes Grün mit silbrig-weißer Äderung, ohne die rote Jungblatt-Färbung dieser Hybride.
Wie alle Aroideen enthält auch diese Anthurie Calciumoxalat-Kristalle und ist für Haustiere und Kinder bei Verzehr reizend – am besten außer Reichweite platzieren.