Begonia ferox – Pflege
Standort & Licht
In ihrer Heimat wächst diese Begonie am Boden schattiger, subtropischer Wälder direkt auf Kalksteinfelsen – entsprechend fühlt sie sich bei uns an einem hellen bis halbschattigen Platz ohne direkte Sonne am wohlsten. Pralle Sonne verbrennt die empfindlichen, leicht behaarten Blätter schnell, ein Nordfenster oder ein durch Vorhänge gefiltertes helleres Fenster passt gut. Steht sie zu dunkel, bleibt der Wuchs zwar erhalten, die charakteristischen Erhebungen bilden sich aber langsamer und weniger ausgeprägt aus.
Gießen
Die oberen 2 bis 3 cm des Substrats dürfen zwischen den Wassergaben leicht antrocknen, danach wird gleichmäßig gegossen, ohne dass die Blätter dabei nass werden – sonst drohen schnell Pilzflecken. Kalkarmes oder abgestandenes Wasser wird deutlich besser vertragen als hartes Leitungswasser, das den pH-Wert im Substrat auf Dauer nach oben verschieben kann. Staunässe im Untersetzer sollte nach spätestens 30 Minuten abgegossen werden, da die Wurzeln sonst faulen.
Düngen
Von Frühjahr bis Sommer reicht ein gut verdünnter Flüssigdünger etwa alle 3 bis 4 Wochen aus, im Herbst und Winter wird komplett auf Dünger verzichtet. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,5 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 1,5 mS/cm. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht ohnehin nicht mehr gedüngt; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung kann dagegen etwas länger im normalen Rhythmus weitergedüngt werden, bevor auch hier reduziert wird.
Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.
Substrat
Ein lockeres, leicht saures bis neutrales und sehr luftdurchlässiges Substrat kommt dieser Begonie am meisten entgegen – eine hochwertige Zimmerpflanzenerde oder eine Mischung aus Sphagnum-Moos und Perlit funktioniert gut. Ein Topf mit zuverlässigem Wasserabzug ist wichtig, da die feinen Wurzeln auf dauerhafte Nässe empfindlich reagieren.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
An ihrem natürlichen Standort herrscht ganzjährig eine Luftfeuchtigkeit von rund 80 %, und auch bei uns zeigt sich diese Begonie deutlich vitaler, je höher die Luftfeuchtigkeit ausfällt – ein geschlossenes oder halboffenes Terrarium eignet sich daher besonders gut, auf der offenen Fensterbank braucht es meist zusätzlich einen Luftbefeuchter oder eine Kiesschale mit Wasser. Bei dauerhaft zu trockener Luft werden die Blätter schnell braun und knusprig an den Rändern. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 18 und 24 °C, Kälte verträgt sie gar nicht.
Wachstum & Form
Begonia ferox wächst kriechend mit einem Rhizom, das sich mit der Zeit über das Substrat ausbreitet, statt in die Höhe zu schießen. Das eigentliche Highlight zeigt sich erst mit zunehmendem Alter: Junge Blätter wirken noch recht unscheinbar glatt, erst später bilden sich die markanten schwarzen, rot gespitzten Erhebungen aus, die der Pflanze ihren prähistorischen Look verleihen – vermutlich eine Tarnung, die Fraßfeinde abschrecken soll, indem sie wie ein Pilz- oder Gallenbefall wirkt. Geduld lohnt sich hier also. Manchmal wird diese Begonie auch unter dem Handelsnamen “Troll” verkauft.
Gut zu wissen
Erst 2013 wissenschaftlich beschrieben, stammt Begonia ferox aus einem sehr kleinen Fundgebiet im Kreis Longzhou in der chinesischen Provinz Guangxi, nahe der Grenze zu Vietnam. Der ähnlich aussehenden Begonia melanobullata aus Vietnam ist sie zum Verwechseln ähnlich, unterscheidet sich aber unter anderem durch kürzere Blütenstandsstiele und eine andere Blattform.
Wie alle Begonien enthält auch diese Art Calciumoxalat und kann bei Verzehr zu Übelkeit führen; beim Beschneiden oder Umtopfen empfiehlt sich außerdem das Tragen von Handschuhen, da der Pflanzensaft bei empfindlicher Haut zu Reizungen führen kann.