Begonia sp. “Julau” Type 2 – Pflege
Standort & Licht
Am Waldboden Sarawaks wächst diese Begonie im gefilterten Halbschatten dichter Vegetation – ein heller, aber schattiger bis halbschattiger Platz ohne direkte Sonne kommt ihr entsprechend am meisten entgegen. Die dunkle, fast schwarze Blattfläche mit den kontrastreichen pinken Sprenkeln nimmt Sonnenlicht sehr effektiv auf, weshalb pralle Sonne schnell zu Verbrennungen führt. Für einen konkreten PAR- oder DLI-Wert gibt es zu dieser Sorte trotz gezielter Suche keine belastbare Quelle, weshalb hier auf eine Zahlenangabe verzichtet wird.
Gießen
Gleichmäßig leicht feucht, aber nie durchnässt – so mag es diese Begonie am liebsten. Gegossen wird, sobald sich die oberste Substratschicht knapp trocken anfühlt, dabei am besten direkt auf die Erde statt über die Blätter, um Fäulnisstellen zu vermeiden. Ihre feinen Wurzeln reagieren empfindlich auf Staunässe, weshalb überschüssiges Wasser im Untersetzer immer entfernt werden sollte.
Düngen
Ein stark verdünnter Flüssigdünger etwa alle 4 bis 6 Wochen in der Wachstumsphase reicht dieser eher kleinwüchsigen Begonie völlig aus, ein Starkzehrer ist sie nicht. Als Richtwerte gelten für die Gattung Begonia allgemein ein pH-Bereich von etwa 5,2 bis 6,0 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 0,5 bis 1,3 mS/cm; halte dich bei der genauen Dosierung an die Herstellerangabe. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das nachlassende Licht seltener bzw. gar nicht gedüngt; wächst sie dagegen ganzjährig unter ausreichend hellem Pflanzenlicht weiter, kann im gewohnten Rhythmus weitergedüngt werden.
Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.
Substrat
Eine lockere, humusreiche Mischung aus Blumenerde, etwas Perlit und feinem Orchideenrindenanteil kommt dem natürlichen Waldboden nahe, auf dem diese Begonie wächst. Wichtig ist vor allem gute Durchlässigkeit, damit überschüssiges Wasser zügig abziehen kann; eine flache Schale aus Tonscherben oder Blähton unter dem Topf sollte trotzdem vermieden werden, da sie die Wurzelbelüftung eher stört als fördert.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Wie viele Borneo-Begonien ist auch diese Sorte bei der Luftfeuchtigkeit tatsächlich anspruchsvoll: In normaler Wohnraumluft um 40 bis 50 % hält sie sich nicht dauerhaft gut, ab etwa 70 % und mehr zeigt sie sich dagegen vital mit satten Farben – ein Terrarium oder Gewächshausschrank ist für sie der eigentlich passende Rahmen. Bei der Temperatur fühlt sie sich zwischen 21 und 27 °C am wohlsten, Werte unter 18 °C sowie Zugluft verträgt sie schlecht.
Wachstum & Form
Charakteristisch für diese Sorte sind die rundlichen, glänzenden Blätter in dunklem Burgunderrot bis fast Schwarz, auf denen sich kräftig pinke Sprenkel deutlich abzeichnen. Die Pflanze bleibt insgesamt kompakt und wächst eher horstig in die Breite als in die Höhe, was sie zu einer guten Terrarienpflanze macht. Eine ausgeprägte Ruhephase ist nicht dokumentiert; verlangsamt sich das Wachstum spürbar, lohnt sich eher ein Blick auf Licht und Luftfeuchtigkeit als das Abwarten einer vermeintlichen Winterpause.
Gut zu wissen
Diese Begonie wurde bei Julau, einer Kleinstadt in Sarawak auf Borneo, gesammelt und ist botanisch noch nicht abschließend beschrieben. Unter Sammlern kursiert sie unter mehreren Julau-Formen mit fortlaufender Typ-Nummer – die hier gezeigte Type 2 unterscheidet sich von der bereits auf einer eigenen Seite behandelten Type 1 durch ihre rundlicheren statt spitz zulaufenden Blätter und die durchgehend dunkel burgunderrote bis schwarze statt hellere Grundfarbe.
Begonien enthalten Oxalate und gelten für Haustiere und Kinder bei Verzehr als reizend – am besten außer Reichweite platzieren. Regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten lohnt sich außerdem, da Wollläuse zu den häufigeren Problemen bei dieser Gattung zählen.