Ficus lyrata ‘Variegata’ – Pflege
Standort & Licht
Ein heller bis absonniger Standort lässt die cremeweiße Marmorierung dieser Sorte am kräftigsten hervortreten – etwas mehr Licht als die unpanaschierte Geigenfeige braucht sie durchaus, damit die Zeichnung nicht verblasst. Direkte, dauerhafte Sonneneinstrahlung führt allerdings zu Blattverbrennungen. Wichtig: Ist der Platz einmal gefunden, sollte die Pflanze möglichst nicht mehr gedreht oder verstellt werden, da sie auf wechselnde Lichtverhältnisse gerne mit Blattabwurf reagiert.
Gießen
Erst wenn sich die obere Substratschicht trocken anfühlt, wird wieder gegossen – frisch bis mäßig feucht ist das Ziel, weder austrocknend noch durchnässt. In der Wachstumsphase reicht dafür meist einmal wöchentlich, im Winter deutlich seltener. Ein paar Stunden Wasser im Untersetzer sind kein Problem, dauerhafte Staunässe dagegen führt zu Wurzelfäule und sollte daher vermieden werden.
Düngen
Im ersten Jahr nach Kauf oder Umtopfen braucht die Pflanze noch keinen zusätzlichen Dünger, da handelsübliche Substrate meist bereits vorgedüngt sind. Danach reicht in der Wachstumsphase von Frühjahr bis Herbst ein gut verdünnter Flüssigdünger etwa einmal im Monat. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Wert von etwa 6,0 bis 6,5 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 2,0 mS/cm. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht ohnehin nicht mehr gedüngt; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung kann dagegen im gewohnten Rhythmus weitergedüngt werden.
Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.
Substrat
Eine humusreiche, gut durchlässige Blumenerde, bei Bedarf mit etwas Sand oder Perlit für zusätzliche Drainage, kommt dieser Pflanze am meisten entgegen. Umgetopft wird selten, meist alle zwei bis drei Jahre oder sobald die Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen; bei größeren, älteren Exemplaren reicht es oft, im Frühjahr nur die oberen paar Zentimeter Erde auszutauschen.
Luftfeuchtigkeit & Temperatur
Anders als viele andere tropische Zimmerpflanzen kommt diese Geigenfeige mit ganz normaler, auch trockener Wohnraumluft erstaunlich gut zurecht, besondere Maßnahmen zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit sind meist nicht nötig. Auf Besprühen kann daher getrost verzichtet werden – der Effekt auf die Luftfeuchtigkeit ist ohnehin nur von kurzer Dauer, und Feuchtigkeit, die sich in den Blattachseln sammelt, kann sogar Fäulnis begünstigen. Bei der Temperatur sollte es dauerhaft nicht unter etwa 15 bis 18 °C fallen, mit Zugluft kommt die Pflanze dagegen recht gut zurecht.
Wachstum & Form
Mit ihren großen, ledrigen Blättern und der markanten Aderung wächst diese Geigenfeige als Zimmerpflanze über die Jahre zu einem stattlichen, baumartigen Gewächs heran, das durchaus mehrere Meter Höhe erreichen kann. Sie lässt sich sowohl als einzelner Stamm mit freigeschnittener Krone als auch als buschige Mehrtrieb-Form ziehen; wer einen geraden Stamm möchte, sollte die Pflanze früh stützen und untere Äste entfernen. Bei reiner Fensterhaltung im Herbst und Winter verlangsamt sich das Wachstum durch das schwächere Licht spürbar; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung bleibt der Wuchs dagegen weitgehend gleichmäßig.
Gut zu wissen
Ficus lyrata stammt aus den tropischen Regenwäldern West- und Zentralafrikas, etwa Sierra Leone, Nigeria, Ghana und Kamerun, wo sie in freier Natur mehrere Meter hoch wächst. Anders als die zuvor beschriebenen Aronstabgewächse gehört sie zur Familie der Maulbeergewächse und enthält keine Calciumoxalat-Kristalle, dafür aber einen milchigen Pflanzensaft, der bei empfindlicher Haut und im Mundbereich zu Reizungen führen kann.
Bei größeren Schnittarbeiten empfiehlt sich daher das Tragen von Handschuhen, um direkten Kontakt mit dem Milchsaft zu vermeiden; bei Verzehr kann es zudem zu leichten Magen-Darm-Beschwerden kommen, weshalb die Pflanze für Haustiere und Kinder außer Reichweite stehen sollte.