Phyllanthus urinaria ‘Pink Variegata’ – Pflege

Phyllanthus urinaria 'Pink Variegata' mit feinen, mimosenartigen Blättchen in unregelmäßiger rosa-cremefarbener Panaschierung
Die folgenden Angaben stammen aus eigener Erfahrung und dem Abgleich mehrerer unabhängiger deutscher und englischer Quellen. Da Standort, Licht und Raumklima bei jedem zuhause etwas anders ausfallen, dienen sie als Orientierung und nicht als starre Vorgabe.
Standort & Licht

Helles, indirektes Licht bringt die rosa-cremefarbene Panaschierung dieser filigranen Pflanze am besten zur Geltung, während zu viel direkte Sonne die zarten Blattbereiche schnell verbrennen lässt. Ein Platz am Ost- oder Westfenster passt in der Regel gut, sanfte Morgensonne wird meist noch gut vertragen. Steht die Pflanze zu dunkel, wird der Wuchs merklich zögerlicher und die Farbzeichnung tritt weniger deutlich hervor.

Gießen

Die feinen Wurzeln reagieren empfindlich auf zu viel Nässe, daher darf die oberste Substratschicht zwischen den Wassergaben leicht antrocknen, bevor erneut gegossen wird. In der Wachstumsphase braucht die Pflanze etwas regelmäßiger Wasser als im Winter, wenn sie ruhiger wächst. Staunässe im Übertopf sollte grundsätzlich vermieden werden, da sie schnell zu Wurzelfäule führen kann.

Düngen

In der Wachstumsphase von Frühjahr bis Sommer reicht ein gut verdünnter Flüssigdünger etwa einmal im Monat aus, im Winter wird die Düngung eingestellt bzw. deutlich reduziert. Als Richtwerte für die Gattung gelten ein pH-Wert von etwa 5,5 bis 7,0 sowie eine Leitfähigkeit des Gießwassers von grob 1,0 bis 1,5 mS/cm. Steht die Pflanze im Herbst und Winter nur am Fenster, wird durch das schwächere Licht seltener bzw. gar nicht gedüngt; unter ganzjährig heller Pflanzenlampen-Beleuchtung kann dagegen im gewohnten Rhythmus weitergedüngt werden.

Wir wechseln bei unseren eigenen Pflanzen bewusst zwischen verschiedenen Düngern – aktuell unter anderem COMPO COMPLETE, Foliage Focus, Liquid Gold Leaf und Hesi TNT-Complex, ergänzt bei Bedarf um Hesi Wurzel-Complex, Hesi PowerZyme und CalMag.

Substrat

Ein gut durchlässiges Substrat aus Kokoserde, Perlit und etwas Pinienrinde oder Kokosbrocken sorgt für die nötige Belüftung der feinen Wurzeln und verhindert Staunässe. Ein Topf mit zuverlässigem Wasserabzug ist bei dieser Pflanze besonders wichtig, da die Wurzeln nasse Füße nur schlecht vertragen.

Luftfeuchtigkeit & Temperatur

Mit normaler Wohnraumluft kommt diese Pflanze grundsätzlich zurecht, bei Werten ab etwa 50 % und mehr zeigt sich aber ein deutlich vitalerer, dichterer Wuchs. Ein Platz zusammen mit anderen Pflanzen oder ein Luftbefeuchter in der Nähe kann hier zusätzlich helfen, ist aber kein Muss. Bei der Temperatur liegt der Wohlfühlbereich zwischen 18 und 28 °C, dauerhaft unter 15 °C sollte es nicht werden.

Wachstum & Form

Mit ihrem lockeren, leicht überhängenden Wuchs und den kleinen, symmetrisch angeordneten Blättchen wirkt diese Pflanze filigran und luftig, ist bei passenden Bedingungen aber überraschend wuchsfreudig und bildet schnell ein dichtes Blätterkleid. Wie bei der Wildform klappen die Blättchen abends zusammen und öffnen sich morgens wieder – ein natürliches, nyctinastisches Verhalten ähnlich der Mimose, kein Zeichen von Trockenstress. In Kultur wächst sie als kurzlebiger Halbstrauch, gelegentliche Stecklingsvermehrung hält den Bestand dauerhaft frisch.

Gut zu wissen

Diese ‘Pink Variegata’ ist nicht zu verwechseln mit der weiß panaschierten ‘Albo Variegata’ – gleiche Art, aber deutlich andere Blattfarbe. Anders als die zuvor beschriebenen Aroideen im Regelwerk gehört Phyllanthus urinaria zur Familie der Phyllanthaceae und enthält daher keine Calciumoxalat-Kristalle, gilt also als weitgehend unbedenklich für Haustiere und Kinder.